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23.11.2016

Saisonstart 2016/17


TELLERHÄUSER – Die Vorfreude steigt. Wenn Ende der Woche im finnischen Kuusamo die Skispringer in ihre diesjährige Wintersaison starten, hat Peter Riedel seine warme Couch im erzgebirgischen Tellerhäuser längst hinter sich gelassen und steht bei Wind und Wetter in Finnland an der Schanze. Pünktlich vor Saison hat er mit seinem Team die Ruka-Schanze mit einer neuen, innovativen Anlaufspur ausgerüstet. Als Geschäftsführer der Peter Riedel GmbH ist genau das sein Tagesgeschäft. Skisprungschanzen in aller Welt hat die kleine erzgebirgische Ingenieursfirma mittlerweile ausgerüstet. Doch während sich Riedel längst international einen Namen gemacht hat, wird ihm ein anderer Faktor des Skisports zunehmend wichtiger: die Nachwuchsarbeit.

 

Einsatz für die Jugend

Wenn sie nicht in der Werkshalle am Tüfteln sind oder so wie in Ruka die Weltcup-Veranstaltungen absichern, ziehen Riedel und sein Team mit ihrer mobilen K4-Schanze durch ganz Europa, um junge Skisprungfans oder Hobbysportler für das Skispringen zu begeistern. Darüber hinaus sorgt er als Hauptsponsor der Kindervierschanzentournee dafür, dass auch junge Skispringer schon früh erstklassige Bedingungen bei ihren Wettkämpfen erhalten.

 

Aus genau diesem Grund erarbeitete der gelernte Diplom-Ingenieur im vergangenen Jahr ein Spurensystem, das zwar auf seinem patentierten, international verbauten System basiert, jedoch aus günstigerem Edelstahl hergestellt ist und so auch von kleinen Vereinen erworben werden kann. Die Vereinsspur „Das Original“ kam an – und ist bereits jetzt auf Schanzen in Berchtesgaden, Garmisch-Partenkirchen, Oberwiesenthal und dem schweizerischen Gibswil installiert.

 

„Unser Weltcup-System ist das innovativste auf dem Markt und wir sind stolz auf das, was wir als kleiner mittelständischer Betrieb bisher erreicht haben. Dennoch wurde uns im Verlauf unserer Entwicklung klar, dass wir zwar den großen Veranstaltern erstklassige Bedingungen liefern konnten, für kleinere Vereine jedoch eine kostengünstigere Variante gefunden werden muss. Denn genau dort, an der Basis, werden die Stars von morgen geformt – und das wollten und mussten wir unterstützen“, erklärt Peter Riedel die Motivation zur Entwicklung der Vereinsspur.

 

Rücktritt vom Vereinspräsidialamt – ein schwieriger Schritt

So wie es ihm wichtig ist, dass der Vereins-Nachwuchs erstklassige Sprungbedingungen hat, so liegt ihm auch der Sport in der Heimat am Herzen: 2014 wurde er zum Präsidenten des WSC Erzgebirge Oberwiesenthal gewählt und prägte das Motto „Wir fürs Erzgebirge!“, das die Zusammenarbeit untereinander und mit anderen Vereinen fördern sollte und ein Ziel in den Fokus rückte: die Region als Aushängeschild des Wintersports in die Zukunft zu führen. Im Ehrenamt unterstützte er über drei Jahre die Nachwuchsarbeit am Stützpunkt und rückte Jahr für Jahr mit seinem gesamten Firmen-Team an, um beim Sommer Grand Prix der Nordischen Kombination – dem Highlight des Oberwiesenthaler Sportjahres – mitzuhelfen.

 

Zuletzt forderte dieser Einsatz jedoch seinen Tribut. Nicht nur seine Familie,  sondern vor allem seine Firma litt unter der Doppelbelastung. Riedel trat daraufhin im November 2016 von seinem Posten als Präsident des WSC zurück.  „Ich bekam nicht mit, wie schwer meine Vereinsarbeit auf meinen Mitarbeitern lastete. Erst seit meinem Rücktritt ist mir klar geworden, wie oft ich die Firma allein gelassen habe, um in Sachen Oberwiesenthal unterwegs zu sein. Sehe ich mir aktuell die Stimmung und die Motivation im Team an, so war es die richtige Entscheidung. Wir haben mit der Vereinsspur ein tolles, nachhaltig förderndes Projekt begonnen und ich kann mich als Chef dort als auch in unseren Großprojekten nicht weiter rausnehmen. Ich werde gern weiter in Oberwiesenthal mithelfen, aber eben nicht an der Spitze“, sagt Riedel.

 

Dem Oberwiesenthaler Sport fernbleiben – das wird Peter Riedel wohl nie können. Das zeigt schon die Biografie des 53-jährigen: Sowohl Vater Eberhard als auch Mutter Hannelore waren in der DDR als Alpin-Skifahrer erfolgreich, sein Vater schrieb mit dem ersten deutschen Sieg am Chuenisbärgli in Adelboden 1961 sogar Sportgeschichte. „So, wie meine Eltern mich damals gefördert haben, ist es mir auch wichtig, die nächsten Generationen zu fördern. Trotz aller Differenzen und der immer stärker werdenden Vermarktung des Sports ist und bleiben die Verantwortlichen, Förderer, Vereine, Athleten, Trainer und Ehrenamtlichen für mich eine große Skisportfamilie. Und das gilt es immer zu fördern, egal ob in Ruka und Oberwiesenthal, auf einer kleinen Vereinsschanze in Berchtesgaden oder vor einem Einkaufszentrum auf unserer K4-Schanze!“ 


JumpGuru
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zuletzt geändert am  06.03.2017