Mit Leidenschaft zurück beim Neujahrsspringen

Ich stehe wieder hier oben in Partenkirchen, und jedes Mal, wenn ich den Blick über die Schanze schweifen lasse, fühlt es sich ein bisschen wie Heimkommen an. Die letzten Jahre habe ich gefehlt - umso größer ist die Freude, dieses Jahr wieder zurück beim Neujahrsspringen zu sein und die Spurbetreuung übernehmen zu dürfen. Eine Aufgabe, die mir und meinem Team besonders am Herzen liegt.

Wenn der Morgen noch kalt ist und der Schnee unter den Stiefeln knirscht, beginnt für uns die eigentliche Arbeit. Die Spur ist weit mehr als nur eine Eisrinne, in der die Skispringerinnen und Skispringer anfahren. Sie ist das Ergebnis von Erfahrung, Gefühl und Präzision. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Schneekristallstruktur - all das spielt eine Rolle. Das Spurprofil muss sauber und gleichmäßig gefräßt sein, denn schließlich zählt jeder Millimeter.

Wir bringen unser Wissen aus vielen Jahren Arbeit mit Schnee und Eis mit nach Garmisch: Wie reagiert die Spur bei steigender Sonneneinstrahlung? Wann muss nachgearbeitet werden? Das sind Fragen, die mich und mein Team begleiten - und die wir mit Leidenschaft seit fast zwei Jahrzehnten erfolgreich beantworten.

Was mich besonders freut ist das Zusammenspiel im Team, alle ziehen an einem Strang. Zu wissen, dass meine Arbeit oben am Anlauf den Athleten Sicherheit gibt und ihnen hilft, ihr volles Potenzial abzurufen, zaubert uns ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht. Wenn ein Sprung perfekt gelingt, wissen wir: Die Spur hat ihren (kleinen) Teil dazu beigetragen.

Wieder hier zu sein nach der längeren Pause fühlt sich richtig gut an. Garmisch Partenkirchen, das Neujahrsspringen, die Schanze - wir arbeiten mit derselben Sorgfalt und Begeisterung wie immer an der Spur. Denn am Ende geht es genau darum: beste und vor allem faire Bedingungen zu schaffen vom ersten bis zum letzten Springer. Nur dann sind richtig große Sprünge möglich.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen guten Sprung ins neue Jahr!

Liebe Grüße aus Garmisch

Euer Peter